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Zweck: Geschwisterzeit


"Wo ist Tim?"

Wehr/Offenbach/Düsseldorf, 5. September 2013. Ganz unterschiedliche Plakate brachte ein Wettbewerb für Designstudenten der Hochschule für Gestaltung Offenbach zum Thema Geschwisterkinder hervor. Die Hochschule führt im Rahmen der Lehrveranstaltungen im Fachbereich Visuelle Kommunikation (Leitung Prof. Klaus Hesse) künstlerisch/gestalterische Gestaltungswettbewerbe durch. Der Wettbewerb in Kooperation mit der Stiftung FamilienBande hatte das Thema: „Ich bin doch auch noch da! Geschwister von chronisch kranken oder behinderten Kindern brauchen mehr Aufmerksamkeit“.

Geschwisterkinder sind selbst gesund, haben aber chronisch kranke oder behinderte Brüder oder Schwestern. Manche Jungen und Mädchen wachsen an dieser Aufgabe, andere halten der Belastung nicht stand.
Julia Pol (23), deren Plakatentwurf mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde, stellt sich unter Geschwisterkindern „kleine Helden“ vor. Ihr Entwurf heißt „Mama muss sich ja um Lena kümmern“ und zeigt einen wild entschlossenen Jungen, der sich einen Nudeltopf über den Kopf gestülpt hat und in der Hand ein Papierschwert hält – denn er muss selbständiger und erwachsener sein als andere Kinder in seinem Alter und sich seinen Platz im Leben erkämpfen.
Isabel Blumenthal (25, 2. Platz) versucht ebenfalls, das Gefühl des gesunden Kindes aufzuzeigen: „Das vernachlässigte Kind empfindet sich nicht nur als außenstehend, es hat regelrecht das Gefühl, als sei der Rest der Familie zu einem großen, nicht zu bezwingenden Monster geworden“, erklärt sie ihren Entwurf.

Einsamkeit und Ausgrenzung darzustellen war der Ansatz von Tatjana Prenzel (21, 3. Platz) : „Mein Plakatentwurf konzentriert sich ausschließlich auf das Geschwisterkind, das auf sich allein gestellt ist. Aus diesem Blickwinkel soll deutlich werden, dass für ein Geschwisterkind nur der
Moment zählt, in dem seine Schwester oder sein Bruder mehr Aufmerksamkeit bekommt als es selbst.“
„Wo ist Tim?“ lautet der Titel des Plakats von Martin Dörr (22, 3. Platz): Zu sehen ist eine fiktive ‚Aufgabenliste‘ der Mutter zweier Kinder: dem behinderten Max und dem gesunden Tim. Auf der Liste überwiegen die täglichen Aufgaben rund um die Pflege von Max, „welche die Eltern so vereinnahmen, dass vergessen wird, Tim von der Schule abzuholen. Das gesunde Geschwisterkind wird zur übersehbaren Nebensache im Alltag. Erst um 23 Uhr wird sich panisch die Frage gestellt: ‚Wo ist Tim?‘“, erklärt Martin Dörr.

Die vier bestplatzierten Plakate von insgesamt 34 Einreichungen werden erstmals bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ-Tagung, 12.-16. September, CCD Congress Center Düsseldorf) am Stand der Stiftung FamilienBande präsentiert. Die Besucher des Kongresses können abstimmen, welches der vier gezeigten Plakate Sie am besten finden.
Mark Never, Vorsitzender Vorstand der Stiftung FamilienBande, ist von der Ernsthaftigkeit, mit der sich die Studenten mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, sehr beeindruckt: „Jeder der vier Entwürfe spiegelt einen sehr wichtigen Aspekt der Situation der Geschwisterkinder wider. Und es wird auch deutlich: die Spannbreite der Gefühle ist groß. Sie reicht von Traurigkeit und Einsamkeit über Verzweiflung bis zu wilder Entschlossenheit.“
Die Novartis Stiftung FamilienBande ist aus der Initiative FamilienBande hervorgegangen, die von allen Novartis-Divisionen in Deutschland entwickelt wurde. Die Stiftung will sensibilisieren und aufklären, Angebote entwickeln und vernetzen sowie Know-how und wissenschaftliche Erkenntnisse verfügbar machen.
Zu dem Service der Stiftung gehören eine Datenbank mit Angeboten für Geschwisterkinder (www.stiftung-familienbande.de) sowie eine Infoline für Betroffene, Ärzte und Fachpersonal (01805 322 633 – 14 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent/Minute aus dem Mobilfunknetz).

Hier gehts zu den Plakatentwürfen